15.10.12

Eine Frage des Stil(mixes)

Es gibt Menschen die haben Ihren (Wohn-) Stil gefunden. Das Grundkonzept steht weitestgehen, es wird ergänzt, ausgetauscht und modifiziert. Alles ist harmonisch aufeinander abgestimmt – ein rundum stimmiges Bild.
Bei mir ist es anders. Mein Stil ändert sich ständig. Inspiriert mich etwas (z.B.das) bin ich in der Umsetzung kaum zu halten. Am liebsten würde ich sofort Wände streichen (oder einreißen), neue Bilder aufhängen, Kissen nähen, Vorhänge und Accessoires austauschen und Möbel kaufen. Meist mache ich das auch (mehr oder weniger extrem). Mein Umfeld ist leicht genervt von meiner Rastlosigkeit, meine ständigen Hauruck Aktionen kosten viel Energie, Zeit und Geld.

Mir aber tut es gut. Es macht mich glücklich neue Welten zu schaffen...einem einfachen Raum eine neue Identität zu geben. Ideen wachsen lassen, ein Gesamtkonzept reifen zu sehen. Und eigentlich sollte es ein richtig gutes Gefühl sein, wenn das Neue, das Angestrebte fertig ist.
Ist es nicht. Es fühlt sich zu perfekt an, ich fühle mich uniformiert, meiner eigenen Identität "beraubt". Es ist nicht meins. Also fange ich an alte Dinge hervorzukramen und genau dort zu platzieren wo sie das stimmige Gesamtbild sprengen. Dieser Hocker von HAY würde geradezu perfekt in meiner noch etwas zu stimmigen Skandinavischen Schwarz-Weiß-Welt passen. Leider leider ist das gute Stück nicht gerade billig, ich werde wohl vorerst einen Orientteppich von IKEA als Zündmaterial nutzen.

Wie geht es Euch so. Habt Ihr im laufe der Zeit Euren ganz persönlichen Stil gefunden? Seid Ihr diesem treu...oder schleicht sich immer mal wieder eine Anschaffung ein die Ihr unbedingt haben wollt...die aber eigentlich so gar nicht in Euer persönliches Raumkonzept paßt. Ich finde feste Konzepte bei anderen wirklich toll, bin meist neidisch auf das besagte stimmige Bild, auf die disziplinierte Konsequenz. Aber was macht man wenn einem die Neonlampe nicht mehr aus dem Kopf geht...man aber eigentlich von der Natur, dem Orient....inspiriert ist? Ich freue mich auf Eure Berichte!



http://www.design-bestseller.de/mags-ottoman-xs.html

Kommentare:

  1. Also ich finde es auch schwer, einen bestimmten Stil zu haben und dann nur noch diesen "anzuwenden". Da konnte ich mich früher nie entscheiden und hab dann auch oft alles gewechselt. Es gibt jetzt seit ein paar Jahre mehr ein Grundkonzept, das sich langsam herausgebildet hat. Alle größeren Dinge möglichst neutral, weiß, schwarz, grau, verschieden holzfarben. Dann darf dazu, was gefällt. Und das ändert sich auch bei uns überraschend oft. Von Silber und Blau mit Neongelb im Sommer zu mehr Grau, Taupe, Gold und Holz im Moment gerade.
    Aber wenn ein Objekt schön ist und Farbe und Material stimmig sind, und es sicher länger (auch mit Unterbrechungen) gefallen wird, dann darf es "einziehen".
    Da wir meist schlichte Sachen mögen, ist so auch zwischendurch Platz für wechselnde Schätzchen, die etwas ausgefallener sind ;-)
    Aber fertig wird man (Zum Glück, Veränderung macht soviel Spaß!) wohl nie...

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  2. Also wenn ich mir Deine Wohnungsbilder bei philuko heute so anschaue, hast Du doch eine recht klare Linie (weißes und Holz, etwas schwarz, grau), die durch fröhlich bunte Akzente gebrochen - und dadurch lebendig - wird. Sehr schön und eindeutig zum Wohlfühlen. Tolle Wohnung! Es muss ja nicht nur diese eine Richtung sein, die kleinen Stilbrüche machens doch erst zum persönlichen Wohlfühl-Stil. :)

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    1. stimmt, aber es hat gedauert bis ich gemerkt habe dass genau der stilbruch mein stil ist...bei der kleiderwahl sieht das übrigens ähnlich aus :-)

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  3. Glückwunsch zu dem tollen Interview, hab ich gern gelesen! Ich habe ja auch so eine "Wolle-Seide-Kindheit" und so kommt mir einiges bekannt vor. Wenn ich so zurückblicke, ändert sich mein Wohnstil schon, wenn auch nicht so plötzlich und Skandinavisches wird wohl immer dabei sein. Manchmal ist es mir zu stimmig, dann muss wieder ein "Störer" her und so entwickelt sich wieder etwas Neues. Ich finde auch, dass Deine Bilder sehr stimmig wirken, hier sind die Stilbrüche das Programm und es passt doch alles zusammen. Schöne Grüße!

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    1. danke dir!interessant, dass doch einige menschen das regelrechte bedürniss nach "Störern" haben. ja, der stilbruch scheint mein stil zu sein, dass wollte ich lange nicht wahrhaben :)

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  4. Das Thema beschäftigt mich auch gerade...ich habe immer das Gefühl hier passt nix zusammen, weil ich auch die unterschiedlichsten sachen toll finde, sie erstmal auch kaufe und dann erst überlege ob sie überhaupt passen und wo zum Teufel sie hin sollen...Aussenstehende empfinden das aber ganz anders...insgesamt scheint irgendwie alles einen Stil zu ergeben...Deinen Stil finde ich wunderbar...tolle Wohnung und ein sehr schönes Interview bei philuko! Liebe Grüße

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    1. parallele verhaltensmuster :-)
      ich kaufe das objekt der begierde und zuhause will es sich so gar nicht einfügen. daher wohl auch mein gefühl nix paßt wirklich zusammen...und schon geht´s wieder los mit dem umgestalten :-)

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  5. Schöne Bilder und Antworten bei Philuko!

    Mein Stil hat sich über die Jahre verändert, mit einigen Konstanten darin. Eine Konstante: Ich werde wohl immer den Stil von Altbauten lieben, mit Dielenböden, hohen Decken und alten Türen. Dass ich derzeit sehr glücklich im BauHaus im ersten Neubau meines Lebens wohne, entbehrt deshalb nicht einer gewissen Ironie :-)

    Weil meine Kindheit gerade NICHT Wolle-Seide-Wäsche war, sondern 80er pur mit dunkelgrünem Veloursteppich und klarlackierter IkEA-Kiefer, habe ich in meinen ersten WG-Zimmern meinen alternativen Natur-Spleen voll ausgelebt. Manches aus dieser Zeit mag und nutze ich heute noch gerne - die großen indischen Tücher zum Beispiel oder schöne Keramik in gedeckten Tönen. Aber alles, was in irgendeiner Form Landhaus-Stil imitiert, kommt mit heute nicht mehr in die Wohnung.

    Mein Stil heute entspricht dem, was viele Bloggerinnen mögen: Ein Mix aus Altem und Neuem, Designklassikern, Selbstgemachtem, Retroteilen, alles garniert mit einem Schuss Farbe und Industrielook. Natur darf es jetzt immer noch gerne sein, Kastanien auf dem Tisch und die wilde Apfelwiese vor dem Haus. Aber nicht mehr Landhaus.

    Mit dieser wilden Mischung bin ich seit einigen Jahren sehr glücklich. Sie ist flexibel und persönlich zugleich. Anders wollte ich es heute gar nicht mehr haben, möchte keine Motto-Wohnung im Sinne von z.B. "alles weiß", "alles Holz" oder dem totalen Purismus. Das ist mir persönlich zu festlegend, das ist nichts für mich. Ich habe es lieber, wenn sich das Wohnen ständig im Fluss bewegt.

    Wobei: Wenn ich eine Wohnung wie die von Virginia Armstrong vom Blog roddy&ginger sehe, wo 60er Jahre Möbel und konsequent-durchgehaltenes Farbkonzept mit gigantischer Wirkung aufeinandertreffen, könnte ich schon mal kurz alles bei mir rausschmeißen und völlig neu beginnen.

    Aber das kommt zum Glück nur selten vor :-)

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