22.8.14

Zeitraffer

Alles aber nichts richtig. Es scheint als habe sich das Lebensmotto mir verschrieben. Die Listen der to und dos werden länger, was das Gefühl des ständigen hinterherhinkens nicht vertreibt. Ein Tag die Woche frei steht ganz oben, oje, da ist er wieder, der Druck. Ein Babysitter, oh nein, der ist so teuer, nützt nichts, ohne geht nicht...ohje, jetzt zieht er wieder weg. Und nun? Alles auf Anfang.
Endlich wieder soziale Kontakte vertiefen, die Nummer zwei der Liste, inhaltlich und gefühlsmäßig da sein, Freundschaften wieder aktivieren und intensivieren statt immer nur beanspruchen. Stop. Vorher muss aber noch schnell ein Kuchen für das Sommerfest gebacken werden, oh nein, zwei Kuchen, die Kita will auch noch einen, Sommerferien...Schließzeiten, der Mietwagen ist noch nicht gebucht, oder doch Zug...wo ist eigentlich der Kinderausweis...was, ich brauche das Kind um einen neuen Reisepaß zu beantragen....das Kind ist nicht in Berlin, morgen fahren wir....Schulsachen kaufen, Zahnarzttermine...ich will mal wieder zum Yoga...1x klappt...Yippi....dann eine Woche kinderfrei. Da paßt viel rein in so ne Woche. Besonders viel arbeit geht mit erhobener Fahne voran. Arbeitsmarsch. Konzerte, Kino, Essen gehen, Trinken, Essen gehen, Trinken, ein Umzug und Wohnungsgrundreinigung, Shoppingmarathonbegleitung und eine Sommernacht auf den Straßens Berlin Mitte mit Containerkonzert...herrlich.
Ausschlafen, Ruhe finden, Kräfte sammeln, Lesen und endlich mal diverse Ausstellungen besuchen....achje, ich wußte ich habe was vergessen.
Die innere Zerrissenheit. Die Gute. Einerseits will man zu sich kommen, den Streß kompensieren, Körper und Geist nähren. Wenn da nur andererseits nicht währe. Die engen Wände die im Zeitraffer aufeinander zurollen, der Raum, die Luft....die Zeit schwindet, sie ist so rar. Schnell noch, das geht noch nur noch.....
Alles andere muss warten. Die letzten Monate in Bildern.
































Kommentare:

  1. Liebes Fräulein W.! Wie passend, daß ich gerade einen ähnlichen Artikel online in der Huffington gelesen habe. Und auch hier wieder die Frage - die ich mir auch selbst stelle: ist nicht die ein oder andere To Do Liste hausgemacht? Ebenso wie der Stress? Beim Streben nach der maximalen besten Leistung bei der Arbeit, dem Haus, der kreativen Gestaltung, der Kindererziehung. Wer sagt uns denn, so und nur so ist es perfekt und richtig? Niemand - wir haben nur das Gefühl, es für den Umkreis und die Gesellschaft tun zu müssen. Und wenn man einen Kinobesuch und eine Party und einen Geburtstag und was weiß ich mal nicht mitnimmt und dafür einfach mal n i c h t s tut - das ist nicht schlimm. Überhaupt nicht. ABER deine Fotos sind toll und ich gehe davon aus, daß Du die vielen vielen Momente auf den Bildern auch wirklich genossen hast. Nur manchmal ist weniger einfach mehr. Und ja, ich bin in der gleichen Zwickmühle - ich will soooooo viel, aber ich komme nur langsam voran. Weil ich mir selbst jetzt immer mal eine Auszeit gönne und sage, nö, mache ich nicht, geht auch anders. Sei lieb gegrüsst und hab ein tolles Wochende.

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    1. bestimmt ist nicht jeder Punkt diverser to Do Listen zwingend notwendig, dennoch, die Listen sind so voll (Montag der erste Schultag, gestern der Kindergeburtstag samt Vorbereitung, heute folgt die U-Untersuchung...) dass die wenigen Freiräume einfach nicht mehr richtig genossen werden können. Ich stehe dann immer etwas orientierungslos im Raum, habe ganz vergessen wie sich alleinesein, zuhausesein,...einfaches nichtstun anfühlt. Die Zeitfenster sind aktuell zu voll um das genießen der Langeweile (wenn man das so sagen kann) wieder zu erlernen. Und parallel der Wunsch wieder mal richtig im hier und jetzt anzukommen. Aber trotz allem, ja, ich habe alles in vollen Zügen genossen :) Eine schöne Woche Dir!

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  2. schön von dir zu lesen! das klingt nach viel auf einmal und kommt mir sehr bekannt vor (ich sitze ja auch gerade an meinem kinderfreien sonntag am schreibtisch und arbeite ...). das muss wohl so sein, auch wenn ich immer wieder dafür plädiere sich selbst nicht zu vergessen. bei mir klappt das eigentlich überhaupt nicht. umzug, urlaub, 3 wochen kitaferien, kindergeburstage, sommerfeste und haben wir überstanden. parallel zu richtig viel arbeit. leider auf der strecke geblieben sind die museumsbesuche, das yoga, die party (!). deine bilder sprechen von einem spannenden leben, in dem richtig viel los ist und das ist auch gut! aber zerreissen tut es mich auch. die kunst ist, sich nicht zu zerreiben, nicht ständig das gewissen auf dem plan zu haben, die ansprüche, der streß. ach je und weiter gehts! schöne grüße

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    1. Die Bilder sind nicht in einer Woche entstanden :) Und Standortvorteil Berlin macht einfach viel möglich, Fluch und Segen zugleich.
      Einerseits will ich so viel ausprobieren, endlich mal zu einem Supperclub um nur ein Beispiel zu nennen, andererseits wünsche ich mir nichts mehr als endlich mal etwas Kontinuität ins Leben zu bringen. Die gleichen Freunde, mit denen man mit einem Selbstverständnis in Urlaub fährt, Silvester feiert oder nur abend ein Glas Wein trinkt. Durch die vielen kleinen sozialen Inseln (Kita, Schule, Arbeit, Freunde,....) wurde das ganze ganz schön zerrissen. Wie schade.

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